TAIJICHUAN

Das Weichste in der Welt
überwindet das Härteste in der Welt
Laotse

TAIJIQUAN ist ein Jahrhunderte altes Ü̈bungssystem zur Schulung, Pflege und Harmonisierung von Körper, Geist und Seele. Dieses gründet in der Philosophie des Daoismus und der Weisheit des Dao Te King von Laotse. Die meisten TJQ-Formen können auf zwei Stile oder ,,Schulen” zurückgeführt werden: Chen-Stil und Yang-Stil, benannt nach Chen Changxing und Yang Chengfu. TAIJIQUAN ist einer von vielen Wegen, den Körper zu schulen um Spannungen zu lösen, die Qi- Kraft, Muskulatur, Konzentrationsfähigkeit und Geist zu stärken. Die Bewegungssequenzen des TJQ wurden der Natur, dem Fliessen des Wassers oder Tieren wie der Schlange, dem Tiger oder den Affen entnommen.

Die Äste eines Baumes bewegen sich nicht genau gleich aber sie bewegen sich im Einklang mit dem Wind und den Kräften der Natur. Das Wasser fliesst stetig weich und kraftvoll und vermag auf die Dauen alle Hindernisse zu überwinden und das Harte zu besiegen. Tiere bewegen sich geschmeidig, kraftvoll aber vollkommen entspannt.

Das Grundlegende in den TJQ-Bewegungen ist der Sinn für Bewusstheit, ein Sinn für das Sein. Dies äussert sich u.a. durch die ruhigen, fliessenden und oftmals betont langsamen Bewegungen. Auf diese Weise werden

  • der exakte Einsatz des Körpergewichtes
  • das harmonische Koordinieren verschiedener Körperbereiche
  • das dosierte Anspannen und Entspannen
  • eine bewusste, ruhige, tiefe und natürliche Atmung

gefordert und gefördert. Alle, auch die kleinsten und feinsten Bewegungen sollen unter höchster Aufmerksamkeit und in Ruhe bewusst ausgeführt werden. So erfüllen die Bewegungen die Gebote des TJQ: natürlich und gewandt, sanft und rund, gleichmässig und fliessend, leicht, aber nicht flüchtig, stabil aber nicht steif. Diese typischen Merkmale des TJQ sind Ausdruck seiner Bewegungskriterien: ,,Die Ruhe lenkt die Bewegung, in der Aktion behält man die Ruhe, der Geist führt den Körper und der Körper folgt auf den Gedanken”.

Der sichere Stand und das stabile Gleichgewicht fördern die innere Stabilität, psychische Harmonie und das Gefühl, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen. Zusammen mit der erwünschten Ruhe in der Bewegung und den persönlichen Erfahrung beim Erlernen des TJQ werden eine innere Ruhe, Gelassenheit, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein sowie eine höhere Belastbarkeit gefördert.

TJQ soll mit so wenig Kraft wie möglich geübt werden. Sind die Bewegungsabläufe korrekt erlernt, versuchen die Übenden die Bewegungen mit immer weniger Kraftaufwand auszuführen. Das Bemühen um mehr Sanftheit und Loslassen in der Bewegung ist damit eng verbunden. Die Bedeutung des ,,keine-Kraft-anwenden” wird beim fortgeschrittenen Üben zunehmend einsichtig: Je mehr von der Körperkraft losgelassen” wird, desto klarer wird das Fliessen des Qi* wahrgenommen; entsprechend bewusst kann die Entwicklung und Pflege des Qi vollzogen werden.

„Wenn wir üben, benutzen wir die Form als Richtschnur. Sie ist etwas, mit dem wir arbeiten, nicht etwas, das wir lernen um es dann vorzuführen. Die Form ist ein Prozess, der euch dient, nicht ein Schmuck, den ihr kauft wie ein schönes Kunstwerk und dann an eure Wand hängt.” (Al Huang)

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